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Was ein Dividendenkurs abdeckt — und was ihr als Nomaden trotzdem selbst klären müsst

Ich schreibe das hier bewusst als Warnung und Empfehlung in einem, weil ich in den letzten Monaten mehrfach gelesen habe, dass jemand einen Finanzkurs gekauft hat und danach überrascht war, dass die eigentlichen Nomadenprobleme darin gar nicht vorkommen.

Zur Einordnung: Ich lebe seit fünf Jahren ohne festen Wohnsitz in Deutschland und habe angefangen, einen Teil des Einkommens in Dividendenwerte zu stecken. Gelernt habe ich das über die Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, den viele als Dividenden Backpacker kennen. Der Kurs ist gut, und ich komme gleich dazu, was er kann. Erst der Teil, den er nicht abdeckt, weil das für unsere Situation der wichtigere ist.

Punkt eins: Steuerlicher Wohnsitz. Wo ihr steuerpflichtig seid, entscheidet darüber, wie eure Erträge behandelt werden. Das ist keine Nebensache, sondern der Rahmen für alles Weitere, und es unterscheidet sich massiv je nachdem, ob ihr abgemeldet seid, wo ihr euch tatsächlich aufhaltet und wie lange.

Punkt zwei: Quellensteuer. Wenn ein ausländisches Unternehmen ausschüttet, behält das jeweilige Land oft direkt etwas ein. Ob man sich das anrechnen lassen oder zurückholen kann, hängt vom Abkommen zwischen den Ländern ab. Je nachdem, wo ihr gemeldet seid, ändert sich diese Rechnung komplett, und bei manchen Konstellationen frisst das einen spürbaren Teil des Ertrags.

Punkt drei: Der Broker selbst. Manche Anbieter arbeiten nur mit Kunden mit Wohnsitz in bestimmten Ländern. Wer sich abmeldet und das nicht meldet, riskiert im ungünstigsten Fall, dass das Konto eingeschränkt wird. Das ist ärgerlich, wenn man gerade an der anderen Seite der Welt sitzt.

Punkt vier: Währung. Wer in Euro anlegt, aber überwiegend in einer anderen Währung lebt, hat einen zusätzlichen Faktor drin, der nichts mit der Qualität der Unternehmen zu tun hat. Das kann in die eine oder andere Richtung ausschlagen.

All das steht nicht im Kurs, und das ist auch in Ordnung, weil es Rechtsberatung wäre. Man sollte es nur wissen, bevor man kauft und denkt, danach sei alles geklärt.

Was der Kurs dafür liefert: eine Methode, um Unternehmen auszuwählen und zu bewerten, und einen klaren Ablauf für Kauf- und Verkaufsentscheidungen. Aufgeteilt in elf Module mit mehr als 65 Lektionen, insgesamt über elf Stunden Material. Dazu ein Newsroom-Zugang für Nachlieferungen. Einmalige Zahlung, kein Abo, keine Verlängerung. Der Anbieter gibt an, dass bisher über 700 Teilnehmer dabei waren.

Der für mich nützlichste Abschnitt war der zur Prüfung der Ausschüttung selbst. Also die Frage, ob ein Unternehmen die Zahlung überhaupt aus dem laufenden Geschäft leisten kann oder ob es dafür Substanz angreift. Diese Prüfung hat bei mir zwei Kandidaten aussortiert, die ich vorher gekauft hätte.

Was ihr euch dabei klarmachen solltet: Kurse können deutlich fallen, und eine Ausschüttung ist keine Zusage. Sie wird jedes Jahr neu beschlossen, und Unternehmen kürzen sie, wenn es wirtschaftlich eng wird. Als Ersatz für Einkommen taugt das in den ersten Jahren nicht ansatzweise, der Aufbau dauert lange.

Offenlegung: Ich verlinke als Partner und bekomme bei einem Kauf eine Provision. Wer die Inhalte durchgehen will, findet eine Aufstellung aller Kapitel auf der Anbieterseite. Man kann den Kurs auch schlicht über seinen Namen suchen.

Mein praktischer Rat für alle hier: Klärt zuerst den Rahmen, also Wohnsitz, Steuerpflicht und Broker, und danach die Anlagestrategie. Umgekehrt läuft man Gefahr, ein sauber aufgebautes Depot zu haben, das an einer formalen Frage hängt, die man vorher hätte klären können.

Zweiter Rat: Nehmt euch für den Papierkram jemanden, der sich mit grenzüberschreitenden Fällen auskennt, nicht den Steuerberater um die Ecke. Ich habe das erst in Runde zwei gemacht und dabei gemerkt, dass die erste Auskunft schlicht falsch war.

Was ich zusätzlich empfehlen würde: Führt eine einfache Liste, in welchem Land welcher Teil eures Vermögens liegt und unter welcher Adresse das jeweils geführt wird. Das klingt nach Bürokratie, aber sobald man zwei Umzüge hinter sich hat, verliert man den Überblick schneller als gedacht, und bei Nachweisen gegenüber Banken braucht man das dann sofort.

Wie habt ihr das gelöst? Bleibt ihr steuerlich in Deutschland gemeldet oder habt ihr das verlagert? Und nutzt ihr einen Broker, der ausdrücklich mit wechselndem Aufenthalt umgehen kann?